Die Börsenwoche vom 14. bis 18. Juli 2025 war von Quartalszahlen, makroökonomischen Impulsen aus China und den USA sowie spürbarer Gewinnmitnahmen geprägt. Während einige Aktien neue Rekorde feierten, gerieten andere stark unter Druck. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf die größten Verlierer-Aktien der Woche aus den wichtigsten Indizes – S&P 500, Nasdaq 100, Dow Jones und DAX. Welche Titel verloren am meisten? Was steckt hinter den Kursverlusten? Und wie sollten Anleger jetzt reagieren?
S&P 500: Verlierer-Aktien mit kräftigem Rückgang
1. UnitedHealth Group (UNH)
- Kursverlust: –6,95 %
- Aktueller Kurs: 282,98 USD
Die Aktie des Gesundheitsgiganten UnitedHealth geriet unter Druck, nachdem enttäuschende Ausblicke im Versicherungsbereich für Verunsicherung sorgten. Analysten zeigten sich angesichts der steigenden Kosten im Gesundheitswesen zunehmend skeptisch.
2. ExxonMobil (XOM)
- Kursverlust: –6,72 %
- Aktueller Kurs: 107,67 USD
Trotz stabiler Ölpreise verlor ExxonMobil deutlich. Marktteilnehmer fürchten einen Margendruck durch die steigenden Raffineriekosten und regulatorische Unsicherheiten im US-Energiesektor.
3. Uber Technologies (UBER)
- Kursverlust: –5,12 %
- Aktueller Kurs: 90,51 USD
Uber setzte die Korrektur der Vorwochen fort. Anleger realisierten nach der starken Performance im Frühjahr Gewinne. Zusätzlich belasteten Sorgen um das Werbegeschäft und schwache Margen die Stimmung.
4. Pfizer (PFE)
- Kursverlust: –4,48 %
- Aktueller Kurs: 24,50 USD
Pfizer enttäuschte erneut mit schleppender Umsatzentwicklung im Nicht-COVID-Bereich. Investoren zweifeln zunehmend an der Wachstumsstrategie des Pharmakonzerns.
5. Estée Lauder (EL)
- Kursverlust: –4,42 %
- Aktueller Kurs: 87,05 USD
Estée Lauder leidet weiter unter der Konsumschwäche in Asien. Auch das Geschäft in Europa entwickelt sich verhalten – ein Dämpfer für Anleger, die auf Erholung spekulierten.
Nasdaq 100: Tech-Verlierer unter Druck
1. ASML Holding (ADR)
- Kursverlust: –8,42 %
- Aktueller Kurs: 734,58 USD
Trotz langfristig starker Position im Halbleitermarkt geriet ASML stark unter Druck – vor allem durch Gewinnmitnahmen nach den Quartalszahlen und geopolitischen Unsicherheiten im Asiengeschäft.
2. Biogen (BIIB)
- Kursverlust: –7,64 %
- Aktueller Kurs: 124,99 USD
Biogen enttäuschte mit Studiendaten zu einem Alzheimer-Medikament. Investoren reagierten mit Abverkäufen. Auch das Geschäft mit Biosimilars blieb hinter den Erwartungen.
3. Micron Technology (MU)
- Kursverlust: –7,08 %
- Aktueller Kurs: 114,39 USD
Micron leidet unter sinkenden Speicherchippreisen. Die Margenerwartungen wurden nach unten revidiert. Tech-Anleger zeigen sich vorsichtiger.
4. Paccar (PCAR)
- Kursverlust: –5,58 %
- Aktueller Kurs: 93,68 USD
Der Nutzfahrzeughersteller verlor nach Analysten-Downgrades. Die Nachfrage nach schweren Lkws schwächelt, insbesondere in den USA.
5. Gilead Sciences (GILD)
- Kursverlust: –5,52 %
- Aktueller Kurs: 108,22 USD
Gilead enttäuschte mit Umsätzen im Bereich antiviraler Therapien. Auch der Pipeline-Ausblick konnte Investoren nicht überzeugen.
Dow Jones: Schwäche bei Konsum- und Gesundheitswerten
1. UnitedHealth Group
(siehe oben)
2. American Express (AXP)
- Kursverlust: –5,32 %
- Aktueller Kurs: 307,95 USD
Die Quartalszahlen zeigten ein solides Umsatzwachstum, doch die Anleger störten sich an schwächer als erwarteten Margen im B2B-Kartengeschäft. Der Ausblick wurde als konservativ gewertet.
3. Merck & Co. (MRK)
- Kursverlust: –4,83 %
- Aktueller Kurs: 79,96 USD
Trotz positiver Daten bei Krebsmedikamenten zeigte sich das Management bei der Umsatzentwicklung vorsichtig. Gewinnmitnahmen folgten prompt.
4. Home Depot (HD)
- Kursverlust: –3,72 %
- Aktueller Kurs: 359,40 USD
Der US-Baumarktriese leidet weiter unter der Schwäche im Immobiliensektor. Weniger Neubauten und hohe Zinsen drücken auf das Geschäft.
5. Sherwin-Williams (SHW)
- Kursverlust: –3,34 %
- Aktueller Kurs: 340,07 USD
Der Lackhersteller kämpft mit rückläufiger Nachfrage im Bausektor. Die Margen geraten durch gestiegene Rohstoffpreise zusätzlich unter Druck.
DAX: Autobauer dominieren die Verlierer-Liste
So nah kann an der Börse Freud und Leid beieinander liegen. Letzte Woche noch dominierten die deutschen Autobauer den DAX und übertrafen sich gegenseitig mit hohen Kursgewinnen. Diese Woche hat sich das Blatt für eine der deutschen Kernindustrien zum negativen gewendet. Eine ausführliche Analyse der Branche und realistische Einschätzung deren Zukunft findest du hier.
1. Sartorius Vz.
- Kursverlust: –6,98 %
- Aktueller Kurs: 205,10 EUR
Sartorius enttäuschte erneut mit schwacher Umsatzentwicklung. Der Kursrückgang setzt sich trotz langfristiger Perspektive fort. Das Vertrauen institutioneller Investoren scheint vorerst erschüttert.
2. Porsche AG Vz.
- Kursverlust: –4,83 %
- Aktueller Kurs: 41,56 EUR
Porsche leidet unter schwacher Nachfrage in China. Auch Analysten wurden zuletzt vorsichtiger – eine Kurskorrektur war die Folge.
3. Volkswagen Vz.
- Kursverlust: –3,89 %
- Aktueller Kurs: 90,32 EUR
VW verlor trotz stabiler Verkaufszahlen. Investoren zweifeln an der E-Mobilitätsstrategie, zumal neue chinesische Anbieter zunehmend Marktanteile gewinnen.
4. Mercedes-Benz Group
- Kursverlust: –3,35 %
- Aktueller Kurs: 51,33 EUR
Auch Mercedes steht unter Druck – vor allem durch die Preisschlacht im Premiumsegment und stagnierende Absatzzahlen in Europa.
5. Daimler Truck
- Kursverlust: –3,10 %
- Aktueller Kurs: 40,04 EUR
Daimler Truck spürt eine Eintrübung im Logistiksektor. Die Konjunktursorgen schlagen sich nun auch im Auftragseingang nieder.
Fazit: Verlierer-Aktien als Warnsignal – oder Chance?
Die Liste der Verlierer-Aktien der Woche zeigt deutlich, dass Rücksetzer in allen Branchen auftreten können – auch bei etablierten Unternehmen. Tech-Aktien wie ASML oder Micron zeigen, dass selbst starke Wachstumstitel empfindlich auf schwache Zahlen oder geopolitische Unsicherheiten reagieren. Im DAX dominieren klassische Industrie- und Autobauer das Verliererfeld – hier dürften konjunkturelle Sorgen eine Rolle spielen.
Für Anleger heißt das: Genau hinsehen. Nicht jeder Kursrückgang ist ein Einstiegssignal. Bei strukturell schwachen Entwicklungen – etwa bei Sartorius oder Biogen – kann weitere Vorsicht geboten sein. Andererseits bieten Rücksetzer bei Qualitätsunternehmen mit guter Bilanz (z. B. Mercedes-Benz oder UnitedHealth) mittelfristig Chancen.
FAQ: Verlierer-Aktien KW 30
Was sind Verlierer-Aktien?
Verlierer-Aktien sind jene Aktien, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums – wie einer Woche – die höchste prozentuale Kursverluste aufweisen. Sie sind oft das Ergebnis enttäuschender Unternehmensnachrichten, schwacher Konjunkturdaten oder Marktstimmung.
Sollte man Verlierer-Aktien sofort verkaufen?
Nicht unbedingt. Kursverluste können vorübergehend sein. Eine genaue Analyse der Ursachen ist entscheidend. Unternehmen mit solider Bilanz und temporären Problemen können Kaufgelegenheiten bieten.
Welche Rolle spielen Quartalszahlen bei Verlierer-Aktien?
Eine zentrale. Verfehlen Unternehmen Erwartungen, reagieren Anleger meist mit Verkäufen. Selbst kleine Abweichungen von Analystenschätzungen können große Kursbewegungen auslösen.
Lohnt sich der Einstieg bei Verlierer-Aktien?
Das hängt vom Einzelfall ab. Bei übertriebenen Kursreaktionen kann sich ein Einstieg lohnen – vorausgesetzt, die Fundamentaldaten stimmen. Bei strukturellen Problemen sollte man vorsichtig sein.
Wie kann ich mich vor Verlierer-Aktien schützen?
Durch Diversifikation, regelmäßige Portfolio-Checks und das Verfolgen von Unternehmens- und Branchennews. Stop-Loss-Strategien können ebenfalls helfen, Verluste zu begrenzen.