Was sind Fonds und wie funktionieren sie? In unserem Einsteiger-Guide erfährst du alles über Fondsarten, Kosten, Chancen und Risiken – verständlich erklärt
Was ist ein Investmentfonds überhaupt?
Ein Investmentfonds ist ein Sammelbecken für das Geld vieler Anleger. Dieses Geld wird von professionellen Fondsmanagern nach bestimmten Regeln und Anlagestrategien in verschiedene Vermögenswerte investiert – zum Beispiel in Aktien, Anleihen oder Immobilien. Der Vorteil: Auch mit kleinen Beträgen kannst du in ein breit gestreutes Portfolio investieren, das du als Einzelanleger so kaum selbst zusammenstellen könntest.
Mit dem Kauf von Fondsanteilen wirst du Miteigentümer an allen Vermögenswerten im Fonds. Du partizipierst somit direkt an deren Wertentwicklung, erhältst bei ausschüttenden Fonds regelmäßige Erträge – etwa in Form von Dividenden oder Zinsen – und profitierst im Idealfall langfristig vom Kapitalzuwachs.
Die verschiedenen Arten von Fonds im Überblick
Fonds ist nicht gleich Fonds – es gibt unterschiedliche Typen, die jeweils eigene Eigenschaften mitbringen:
Aktienfonds
Diese Fonds investieren vorwiegend in Aktien von Unternehmen. Dabei kann der Fokus auf bestimmten Ländern, Regionen oder Branchen liegen – zum Beispiel Technologiewerte aus den USA oder nachhaltige Unternehmen weltweit. Aktienfonds gelten als renditestark, sind aber auch mit höheren Kursschwankungen verbunden.
Rentenfonds (Anleihefonds)
Rentenfonds investieren in Anleihen – also Schuldverschreibungen von Staaten oder Unternehmen. Sie gelten als sicherer und schwanken weniger stark im Kurs als Aktienfonds. Allerdings sind die Renditen in der Regel auch niedriger.
Mischfonds
Wie der Name sagt, kombinieren Mischfonds verschiedene Anlageklassen – etwa Aktien, Anleihen und liquide Mittel. Die Fondsmanager entscheiden aktiv, wie das Geld aufgeteilt wird. Das Ziel: mehr Flexibilität und eine ausgewogene Risikostruktur.
Geldmarktfonds
Diese Fonds investieren in kurzfristige, verzinsliche Wertpapiere und gelten als sehr risikoarm. Sie eignen sich oft als „Parkplatz“ für Kapital, sind aber in Niedrigzinsphasen wenig attraktiv.
Immobilienfonds
Sie legen das Kapital in gewerblich genutzte Immobilien an – etwa Bürogebäude, Einkaufszentren oder Logistikzentren. Anleger profitieren von laufenden Mieteinnahmen und potenziellen Wertsteigerungen. Immobilienfonds sind jedoch vergleichsweise wenig liquide – das heißt: Verkäufe sind nicht jederzeit möglich.
Aktiv vs. passiv gemanagte Fonds – Wo liegt der Unterschied?
Eine wichtige Unterscheidung: Es gibt aktiv und passiv gemanagte Fonds.
Aktiv gemanagte Fonds versuchen, mit einer eigenen Anlagestrategie den Markt zu schlagen. Fondsmanager analysieren laufend wirtschaftliche Entwicklungen, Unternehmensdaten und Trends und treffen darauf basierend Kauf- oder Verkaufsentscheidungen. Dafür verlangen sie in der Regel höhere Gebühren.
Passiv gemanagte Fonds, also vor allem ETFs (Exchange Traded Funds), bilden einfach einen bestehenden Index nach – zum Beispiel den DAX oder MSCI World. Hier gibt es keinen Fondsmanager, der aktiv eingreift. Dadurch sind die Kosten deutlich geringer, was sich langfristig auf die Rendite auswirken kann.
Wie funktioniert ein Fondsanteil?
Wenn du Anteile eines Fonds kaufst, bist du Miteigentümer am Fondsvermögen. Der Wert deines Anteils orientiert sich an der Gesamtentwicklung der im Fonds enthaltenen Werte – also zum Beispiel an den Kursen der Aktien oder Anleihen.
Die Preise der Fondsanteile werden in der Regel einmal täglich neu berechnet – anders als bei Aktien oder ETFs, die börsentäglich gehandelt werden. Bei offenen Fonds kannst du Anteile jederzeit kaufen oder verkaufen – bei geschlossenen Fonds ist das meist nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich.
Welche Kosten entstehen beim Fondskauf?
Kosten sind ein entscheidender Faktor für deinen Anlageerfolg. Bei Investmentfonds können folgende Gebühren anfallen:
- Ausgabeaufschlag: Eine einmalige Gebühr beim Kauf – oft 3 bis 5 % des Anlagebetrags.
- Verwaltungsgebühr / Fondsmanagementgebühr: Diese wird jährlich fällig und liegt oft zwischen 1 und 2 % des Fondsvolumens.
- Performance-Gebühr: Einige Fonds verlangen zusätzlich eine Erfolgsprämie, wenn sie eine bestimmte Rendite übertreffen.
- Depotgebühren: Je nach Anbieter fallen auch für die Verwahrung der Fondsanteile Gebühren an.
Gerade bei langfristigen Anlagen können sich hohe Kosten erheblich negativ auf die Rendite auswirken. Deshalb lohnt sich ein Vergleich und die Suche nach günstigen Fonds – insbesondere passiven Indexfonds oder günstigen Direktbank-ETFs.
Fonds und Steuern – das solltest du wissen
Seit der Investmentsteuerreform 2018 ist die Besteuerung von Fonds in Deutschland einfacher geregelt. Vereinfacht gesagt:
- Erträge aus Fonds – also Ausschüttungen oder Gewinne beim Verkauf – unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % (plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer).
- Es gibt einen Freibetrag für Kapitalerträge (Sparerpauschbetrag) von 1.000 € pro Jahr für Einzelpersonen (2.000 € für Ehepaare).
- Bei bestimmten Fondsarten wird eine sogenannte Vorabpauschale versteuert – auch wenn keine Ausschüttung erfolgt.
Viele Banken führen die Steuern automatisch ab. Es ist dennoch sinnvoll, sich mit den Grundlagen vertraut zu machen – vor allem bei großen Beträgen oder längeren Haltedauern.
Welche Rolle spielen Fonds im Depot?
Fonds eignen sich für viele Anleger als zentrale Säule der Geldanlage. Besonders für Einsteiger bieten sie einen einfachen Zugang zu den Kapitalmärkten – bei überschaubarem Risiko und hoher Diversifikation. Je nach Risikoneigung und Anlageziel können verschiedene Fondsarten kombiniert werden.
Ein defensiver Anleger könnte beispielsweise stärker auf Rentenfonds und Mischfonds setzen, während chancenorientierte Investoren eher zu Aktienfonds greifen. Auch Themenfonds – etwa zu Nachhaltigkeit, Technologie oder Emerging Markets – bieten interessante Möglichkeiten.
Wie finde ich den passenden Fonds für mich?
Bevor du investierst, solltest du dir über deine Anlageziele im Klaren sein:
- Wie lange willst du das Geld anlegen?
- Wie viel Risiko bist du bereit einzugehen?
- Soll der Fonds ausschütten oder thesaurieren (Erträge reinvestieren)?
- Wie wichtig ist dir die Kostenstruktur?
Hilfreiche Informationsquellen sind unter anderem:
- Fondsdatenbanken (z. B. Morningstar, Finanzen.net, Onvista)
- Vergleichsportale
- Stiftung Warentest / Finanztest
- Die Websites der Fondsgesellschaften selbst
Ein Blick auf vergangene Renditen, die Zusammensetzung des Fonds und das Fondsmanagement kann ebenfalls Aufschluss geben – wobei vergangene Erfolge natürlich keine Garantie für die Zukunft sind.
Fonds vs. ETFs – Was ist besser?
Beide Anlageformen haben ihre Berechtigung. Aktiv gemanagte Fonds können in bestimmten Marktphasen Vorteile bieten – vor allem dann, wenn erfahrene Fondsmanager echte Mehrwerte durch aktives Management schaffen. Allerdings gelingt das nur wenigen dauerhaft.
ETFs sind dagegen kostengünstig, transparent und breit gestreut – ideal für langfristige Sparer mit einem „Buy-and-Hold“-Ansatz. Viele Anleger entscheiden sich heute für eine Kombination aus beidem oder starten mit ETFs und erweitern später um aktive Fonds. Willst du einen ausführlichen Vergleich zwischen ETFs und Fonds, klicke einfach hier.
Fazit: Fonds als einfacher Zugang zur Welt der Geldanlage
Investmentfonds sind ein idealer Einstieg für alle, die ihr Geld langfristig und breit gestreut anlegen wollen – ohne selbst täglich Kurse beobachten oder Einzeltitel analysieren zu müssen. Sie bieten Flexibilität, Sicherheit durch Streuung und professionelle Verwaltung.
Ob aktiv oder passiv, ob Aktien- oder Mischfonds: Die Auswahl ist riesig – und mit ein wenig Recherche findet sich für jeden Anlegertyp das passende Produkt. Wer regelmäßig spart – etwa über einen Fonds- oder ETF-Sparplan – profitiert langfristig vom Zinseszinseffekt und kann Schritt für Schritt ein solides Vermögen aufbauen.